Marokko

 Marokko

 Marokko – Land zwischen zwei Welten

 Touristen, die zum ersten Mal mit einem Fährschiff die zwischen Spanien und Marokko liegende Straße von Gibraltar überqueren, sind zunächst meist etwas enttäuscht, wenn sie von den Landschaften und Städten und Dörfern am jenseitigen Ufer der Meeresstraße ähnlich empfangen werden, wie sie es von der Iberischen Halbinsel her bereits kennen. Denn Marokko erwartet sie nicht mit Wüste, Urwald oder exotischen Tieren, was man gemeinhin mit Afrika verbindet. Vielmehr zeigt der Norden Marokkos eine enge geografische und kulturelle Verbundenheit mit Andalusien, was besonders deutlich in der Architektur und der Kunst zum Ausdruck kommt. Zahlreiche Bauwerke in Städten wie Marrakesch, Fès, Taza oder Meknès bezeugen dies mit der erkennbaren Vermischung spanischer, arabischer und berberischer Stilelemente.

Erst im Nordosten Marokkos im Rifgebiet oder Hunderte Kilometer weiter südlich, wo die vegetationsarmen Berghänge des Atlasgebirges das Landschaftsbild bestimmen und die zwischen Marrakesch und Quarzazate verlaufende Straße die Terrassenkulturen des nördlichen Gebirgsvorlandes von einer wüstenhaft anmutende Landschaft nach der Überwindung der Passhöhe trennt, werden die afrikanischen Regionen Marokkos deutlicher erkennbar.

 

Die Volksgruppe der Berber

 Eng mit Marokko verbunden sind die Volksstämme der Berber, deren Nachfahren heute etwa 75 Prozent der marokkanischen Bevölkerung ausmachen. Als sich zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert das marokkanische Reich über weite Teile Nordafrikas erstreckte, wurden deren als Almohaden bezeichneten Bewohner von hereindrängenden, als Nomaden lebenden Angehörigen verschiedener Berberstämme vertrieben. Die Kulturen der Berber verschmolzen danach mit denen der Andalusier zu einer eigenständigen Kultur.

Wenn Sie heute mit dem Begriff des Berber-Teppichs oder dem des Nomadenteppichs beim Besuch unseres Museums konfrontiert werden, sollten Sie wissen, dass neben den Frauen der Berber auch arabischstämmige Menschen die Knüpfkunst der seinerzeit naturwollfarbenen Teppiche im nördlichen Gebiet von Afrika verbreiteten und bis heute beherrschen. Dass der Berberteppich später vor allem in Marokko produziert und vor allem auch unter diesem Namen vermarktet wird, ist letztendlich einer Konzentration der Produktion in Marokko und einer geschäftsfördernden Marketingidee geschuldet.

 

Marokko als gastfreundliches Reiseland

 Wenn Sie der Tätigkeit einer Knüpferfamilie einmal hautnah beiwohnen möchten und so vielleicht Zeuge der Entstehung eines handgearbeiteten farbigen Königs-Berbers werden, sollten Sie Ihre Absicht am besten mit einer Reise an einige der schönsten Orte Marokkos verbinden. Für einen Strandurlaub an der Atlantikküste bieten die gepflegten Hotelanlagen von Essaouira oder Agadir hervorragende Bedingungen.

 Bei einer Reise zu den marokkanischen Königsstädten kann in Marrakesch Station gemacht werden, um dort in der Altstadt das bunte Markttreiben kennenzulernen, das Minarett der Koutoubia-Moschee mit seinem reichen Fassadenschmuck zu bewundern oder sich dem orientalischen Zauber hinzugeben, den die berühmten Menaragärten am Rande der Stadt ausstrahlen.

In Fès, der ältesten Königsstadt, die von den Einheimischen als geistiges und kulturelles Zentrum Marokkos betrachtet wird, erwarten Sie nicht nur die wunderschönen Medresen der Meriniden, sondern in der verwinkelten Altstadt auch eine Welt des Mittelalters.

 Sollten Sie sich Zeit für eine Erlebnis-Rundreise nehmen, können Sie außer diesen Orten auch Bekanntschaft mit den rotgoldenen Sanddünen der Sahara machen, sich von einem Dromedar durch die Wüste schaukeln lassen oder auch im Nomadenzelt auf einem Nomadenteppich übernachten.

Exponate in unserem Museum

Der Gründer des Museums, Jürgen Tönsmann, hat in den 1960er Jahren mit seinem Motorrad so manches abgelegene Bergdorf besucht, das mit einem Auto nicht zu erreichen gewesen wäre.  Zu den dort lebenden Knüpferfamilien bestehen bis zum heutigen Tage freundschaftliche Beziehungen.

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In unserem Museum finden Sie viele Exponate, die aus diesen frühen Reisezeiten stammen, und gern hören unsere Besucher während der Museumsführung die Geschichten, die sich darum ranken.