Nordafrika

 Nordafrika

Nordafrika umfasst das Gebiet vom Persischen Golf im Osten bis hin zur Küste des Atlantischen Ozeans im Westen Afrikas.

 

Geographie

Geographisch dominiert wird Nordafrika hauptsächlich durch die gewaltige Ausdehnung der Wüste Sahara, die im Westen bis an den Atlantik reicht. Zu den bedeutendsten Erhebungen zählen Hoher Atlas und Mittlerer Atlas. Ein Hochgebirge, welches sich im Nordwesten Afrikas erstreckt und dessen höchste Gipfel im Süden Marokkos Höhen von bis zu 4.165 m (Toubkal) erreichen. Auch die Arabische Platte und die Arabische Halbinsel sind geographisch ein Teil der beeindruckenden und vielfältigen Landschaft Nordafrikas.

 Islam

Die Menschen und Völker, die in Nordafrika beheimatet sind, bilden ein buntes Gemisch, dessen kulturelle Einheit und Identität lediglich über den Islam hergestellt wird. Hier, in Nordafrika, leben Menschen unterschiedlichster ethnischer Abstammung und Herkunft neben- und miteinander. Zu ihnen zählen beispielsweise Araber, Berber und Mauren, im Süden Nordafrikas jedoch auch Amharen, Nubier und Schwarzafrikaner.

 Staaten

Die Kernstaaten Nordafrikas bilden die Länder Marokko und Algerien, aber besonders auch die Maghreb Region. Zur Maghreb Region gehören der große und der kleine Maghreb. Tunesien bildet den kleinen, Lybien hingegen den großen Maghreb. Ägypten und der Sudan zählen ebenfalls noch zu den Kernstaaten Nordafrikas, deren Rand durch die Länder Äthiopien, Mauretanien, Niger, Mali, Tschad und den Südsudan markiert wird.

Landschaften

Nordafrika bedeckt eine Fläche von knapp 5 Millionen Quadratkilometern. Vier Fünftel dieser Region werden von Wüstenlandschaften geprägt. Aber auch Halbwüsten und Trockensavannen, Hochplateaus, Gebirge und ausgedehnte Küstenstreifen verleihen der Landschaft Nordafrikas ihr charakteristisches Gepräge. Hier finden sich zahlreiche Klimazonen, die vom subtropischen Mittelmeerklima bis zum sogenannten vollariden Wüstenklima reichen.

 Kultur

Nordafrika ist uraltes Kulturland. Spuren erster Besiedlung reichen bis in die Steinzeit zurück und brachten Hochkulturen hervor, wie Pharaonen und Karthager. Vielfältig ist auch die Flora Nordafrikas. Der bedeutendste Fluss, der die Kultur Nordafrikas entscheidend prägte, ist der gewaltige Nil. Sein fruchtbares Tal und sein Delta gelten als Wiege der Hochkultur der Pharaonen. Die Flora umfasst die berühmte Aleppo-Kiefer, Stein- und Korkeichen, Zedern, Wacholder und Stechginster, aber vor allem auch diverse Wüstengewächse. Die Fauna ist gekennzeichnet durch Mufflons, Wildkatzen und Wiesel, besonders jedoch durch die zahlreichen Zugvögel, die in Nordafrika regelmäßig überwintern. Die Länder Nordafrikas, die teilweise aus der französischen und britischen Kolonialherrschaft hervor gingen, kennen heute unterschiedlichste Staats- und Regierungsformen, die von autokratischen Monarchien bis hin zu präsidialen und pseudodemokratischen Staatsformen reichen.

 Wirtschaft

In der Wirtschaft der Staaten Nordafrikas spielt heute ganz besonders der Tourismus eine zentrale Rolle. Die ökonomischen Zentren liegen meist in den Küstenregionen. Teilweise existieren Vorkommen an Erdöl und fossilem Wasser, die meist exportiert werden, ohne dass die Erlöse den Einwohnern zugute kommen. Ein besonderes Produkt und bis heute ein beliebter Exportschlager, sind die in Nordafrika traditionell in Handarbeit geknüpften Teppiche. In der Produktion dieser, aus Wolle oder Seide bestehenden Teppiche, entwickelten die einheimischen Frauen bereits seit vielen Generationen einen hohen Grad der Meisterschaft. Geprägt wird die kulturelle Identität durch ihre afrikanischen und mittelöstlichen Wurzeln. Die Mehrheit der Bevölkerung wird durch arabisch und berberisch sprechende Moslems gebildet. Christliche Kopten bilden eine Minderheit im bunten Schmelztiegel des nordafrikanischen Völkergemisches.