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Es ist Kunst, und zwar faszinierende Gebrauchskunst, die im ostwestfälischen Espelkamp präsentiert wird. Fast 50 Jahre ist es her, dass der Unternehmer Jürgen Tönsmann seine Liebe zu den maghreb
inischen Ländern, zu den Menschen und zu den Landeskulturen entdeckt hat. Insbesondere die Kunst des Teppichknüpfens im Hohen und Mittleren Atlas von Marokko hatte es dem jungen Mann angetan. Die phantasievollen Nomaden- und Bauernteppiche hatten schnell sein Herz erobert.

Mit dem Neubau seiner Firmenzentrale im Jahre 1992 machte Jürgen Tönsmann seine Sammlerstücke der Öffentlichkeit zugänglich. Seitdem befinden sich in den großzügigen Ausstellungsräumen u. a. seltene, oft schon mehrere hundert Jahre alte Teppiche, die beispielsweise für ein Königshaus geknüpft wurden. Zudem sind in der Sammlung verschiedene Knüpfrahmen, darunter Nomadenknüpfrahmen, traditionelle Kunststücke, Gebrauchsgegenstände der Berber, antike Handschriften, die die deutsch-marokkanische Geschichte dokumentieren, alte Handwerkszeuge der Nomaden aus dem Atlasgebirge, alte Koranbücher und Fotos aus dem Marokko des 19. Jahrhunderts zu sehen.

2010 wurde das Museum um eine Tibet/Nepal-Ausstellung ergänzt. Hier sind die „lachenden Tiger im Bambus“ zu entdecken sowie einer der ersten Teppiche, den tibetische Knüpfer nach ihrer Flucht über den Himalaya in Nepal geknüpft haben.

„Es war meine Liebe zu fernen Ländern, die mich inspirierte, Teppiche zu sammeln und ein Museum zu eröffnen. Zudem wollte ich natürlich auch andere Menschen für diese Kunstwerke begeistern. Auch bei der Ausbildung meiner Mitarbeiter ist es mir wichtig, dass sie ein Bewusstsein für dieses einmalige Handwerk entwickeln, um die entsprechende Beratungskompetenz zu erwerben“, so Jürgen Tönsmann. Letztlich diene das Muster alter Teppich aber auch als historischer Fundus für die Herstellung aktueller Teppichkreationen.

Die vielen Gruppenbesuche, die das Museum mittlerweile zu verzeichnen hat, seien es Geburtstagsrunden, Sportvereine, Landfrauen-Verbände, Kirchenkreise oder sogar ein Club der  Dackelfreunde, enden stets mit dem erstaunten Ausspruch: „Das hätten wir nicht gedacht, dass es so etwas überhaupt in unserer Region gibt; die Zeit ist wie im Fluge vergangen, so interessant war Ihre Führung.“

Zu besichtigen ist das Museum montags – freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr, samstags 9.00 – 14.00 Uhr. Führungen werden nach Vereinbarung angeboten, auch außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten des Museums. Auf Wunsch können wir darüber hinaus Vorträge anbieten zu den Themen:

-Teppich-Herstellung früher und heute

– wie beurteile ich die Qualität eines Teppichs sowie

– Kunst, Kultur und Kunsthandwerk in Marokko.